Erstgeboren - die Concept-Studie
Im
Jahr 2000 stellt Chevrolet auf der Detroit Motor Show ein Concept Car
namens SRR (Super Sport Roadster) vor. „It’s a great truck, but you’ll
never build it!“, mutmaßt die potentielle Kundschaft gegenüber dem
Vorstand von Chevrolet. Doch die Zweifler sollten sich täuschen: Im
Rahmen eines Vortrages an der Universität in Michigan verkündet Rick
Wagoner - damals CEO von General Motors - am 9. August 2002 die
Produktion der ersten Einheiten zum Jahresende 2002. Es entstehen 27
Modelle einer ersten Vorserie namens „Beta 1s“. Weitere 35 Fahrzeuge
folgen in zwei weiteren Vorserien. Außerdem werden vier nicht komplette
Fahrzeuge, sogenannte Bodys, auf Kiel gelegt. Am 4. Dezember 2002 wird
der erste offiziell produzierte SSR in der Farbe Violett der Presse
vorgestellt.
Vor
Produktionsbeginn wurden bereits zwei Show-Cars bei publikumswirksamen
Veranstaltungen, wie dem Goodwood Festival of Speed in England oder dem
Woodward Dream Cruise,
als Promotion-Car eingesetzt. Das Echo der interessierten Kundschaft
ist so überwältigend, dass der amerikanische Autohersteller das Modell
in den Jahren 2003 bis 2006 auf dem amerikanischen und kanadischen Markt
anbietet. Wegen Chevrolet-interner Beschränkungen erfolgt allerdings
kein offizieller Export nach Europa. Nur auf Umwegen erreichen
vereinzelte Exemplare Deutschland.
In
Zusammenarbeit mit ASC (American Specialty Cars) wird der SSR - der dem
bereits 1948 gebauten Advanced Design Chevy nachempfunden ist - gebaut.
ASC war bereits beim DearbornDeuce 1932 Steelbody Partner von
Chevrolet. Für den SSR liefert ASC nicht nur das Blechklappdach, sondern
auch viele Sonderteile. Auf dem um 13 Zoll auf 116 Zoll gekürzten
Leiterrahmen 360/370 - der unter anderem im TrailBlazer 2WD verbaut wird
- montiert Chevrolet eine mutig gestylte Karosserie, die in Anlehnung
an die Pickups der Nachkriegszeit gestaltet wurde. Ein versenkbares
Stahlblechdach liefert Cabrio-Feeling. In den Jahren 2003 und 2004 wird
der SSR mit dem 5.3 Liter Motor mit 300 PS ausgeliefert.
Der
amerikanischen Kundschaft ist der Lust-Laster aber zu schwachbrüstig.
Mit 9.000 verkauften Exemplaren bleibt der Verkauf im Jahr 2004 weit
hinter den Erwartungen zurück. Chevrolet reagiert und bringt eine
6-Liter-Version mit 390 PS: Ein Jahr später wird die Leistung auf 395 PS
angehoben. Die erstmals angebotene Version mit Schaltgetriebe leistet
400 PS. Zu Preisen zwischen ca. 34.000 und ca. 45.000 US$ bleiben die
Verkaufszahlen aber weiter hinter den Erwartungen zurück. Das Auto ist
für amerikanische Verhältnisse überteuert, hat zu wenig Platz und „nicht
genug Qualm an der Kette“.
